Stretching – eine Hassliebe im Radsport

Mario Einödmaier, Personal Training, Trainingsbetreuung, Trainingsplanung, Radsport, Laufsport, Gruppentraining, Workshops, Leistungsdiagnostik, Ausdauertraining, Krafttraining, Mobilität, Ernährung, Mikronährstoffe, Lebenstil, Lifestyle

Eine Haßliebe für Radsportler*innen

Gerade unter Radsportler*innen herrscht bei diesem Thema meist Totenstille. Doch gezieltes Beweglichkeitstraining im Radsport bringt neben einem ökonomischeren Trittverbesserung auch eine gewisse Prävention für Verletzungen mit sich – doch nur die wenigsten tun es.

Die primären Trainingsziele der Beweglichkeit sind:

  • Verbesserung der Mobilität in den Gelenksstrukturen – zB.: durch schnelle Schwunggymnastik, funktionelles Beweglichkeitstraining
  • Strukturelle Veränderung im Muskel- & Bindegewebe – zB.: durch muskelaufbauendes Krafttraining in FROM (Full Range of motion)
  • Detonisierung der muskulären Struktur – zB.: durch langes halten der Dehnposition, Faszienbehandlung
  • Regenerationsförderung im Muskel- & Bindegewebe (zB durch: langsame Schwunggymnastik, funktionelles Beweglichkeitstraining

Beweglichkeit ist die Fähigkeit des neuro-muskulären Systems, Bewegungen mit der erforderlichen, optimalen bzw. maximalen Schwingungsweite im Gelenk oder in den beteiligten Gelenken willkürlich oder unwillkürlich ausführen zu können

in Anlehnung an Martin, Carl & Lehnertz, 2001

Wann? – Wie? – Wie lange?

Die üblichen Fragen zum Dehnen, welche ich immer gestellt bekomme sind – wann? und wie lange? Die Antwort ist ganz einfach– was möchte ich dabei bezwecken? Was ist der Zwecke dieser Einheit?

Ein typischer Fehler ist ein zu intensives Stretching. Ander als beim Ausdauer- oder Krafttraining sollte hier nicht über die Grenze, über die Schwelle gegangen werden. Als ein guter Richtwert wäre hier der Bereich von 4 bis 8 auf einer 10-teiligen Bewertungsskala.

 

Mario Einödmaier, Personal Training, Trainingsbetreuung, Trainingsplanung, Radsport, Laufsport, Gruppentraining, Workshops, Leistungsdiagnostik, Ausdauertraining, Krafttraining, Mobilität, Ernährung, Mikronährstoffe, Lebenstil, Lifestyle

Wenn man sich auf ein Training/eine Belastung vorbereiten möchte, dann sollte man die Ausführung eher kurzweilig (10 bis 30 Sekunden) und dynamisch gestalten. Ein zu langes statisches Dehnen der Muskulatur, würde hier dem betroffenen Muskel den Tonus nehmen. Ebenso empfehle ich diese Art des Dehnens für Muskelpartien, welche eine besondere Aufmerksamkeit bedürfen.

Möchte man die Einheit als Cool- Down ausführen bzw. als separate Einheit, welches ich auch empfehle, dann sollte die Ausführung der Stretchingübung eher lange (> 30 Sekunden bis 2 bis 3 Minuten, je nach Schwerpunkt) und statisch gehalten werden. Hierbei ist besonders auf eine tiefe und konzentrierte Bauchatmung zu achten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Gehen wir davon aus ein Radfahrer/eine Radfahrerin kann eine Dauerleistung von 200 Watt aufbringen. Wozu wird diese Energie benötigt? Ein Teil davon geht über die Reibung von mechanischen Komponenten des Antriebs (Lager, Kette, Zahnkränze, …) verloren. Ein weiterer großer Teil muss für die Überwindung des Luftwiderstandes, für die potentielle Energie (Höhengewinn) bzw. auch für den Rollwiderstand aufgebracht werden. Aber die Energie wird auch benötigt, um die Körpergelenke zu bewegen – vor allem Knie- und Hüftgelenke spielen im Radsport eine große Rolle.

Würde sich hier der Radfahrer/die Radfahrerin, neben der notwendigen Radpflege, auch um eine ausreichende Pflege der Gelenke durch Dehnungsübungen, Massageeinheiten und Kraftraining im vollen Bewegungsumfang kümmern, könnte man hier spielerisch die Reibung der Gelenke reduzieren und somit die Tritttechnik verbessern und ökonomisieren. Noch dazu würde zB. eine bessere Beweglichkeit in den hinteren Oberschenkeln eine aerodynamischere Position zulassen und somit wäre eine schnellere Geschwindigkeit möglich – ohne dabei noch das Energiesystem trainiert zu haben!

Take-home massage

Stretching und Beweglichkeit kommt in vielen Bereichen des Spielsport und individuellen Ausdauersports viel zu kurz. Dabei hat ein regelmäßiges Stretching- Programm durchaus seine Vorteile, vor allem in präventiver sicht.

Gerne stelle ich euch meine “Best- Of” Stretching Übungen zur Verfügung – einfach per Mail oder Social Media melden.