Unser Immunsystem – Barriere zur Außenwelt
Kaum beginnt der Urlaub, liegst du mit Schnupfen im Bett? Das ist oft kein Zufall. Es hat damit zu tun, wie dein Körper seine Energie verteilt — und welche Rolle dein Immunsystem dabei spielt.
Selbst oder fremd?
Dein Immunsystem ist die Kontrollstelle zwischen innen und außen. Es unterscheidet, was zu dir gehört und was nicht. Das ist schwieriger, als es klingt: Auf rund 30 Billionen eigene Zellen kommen ungefähr ebenso viele Mikroben — auf der Haut, in den Schleimhäuten, vor allem im Darm. Diese Mitbewohner, das Mikrobiom, sind keine Feinde. Ohne sie könnten wir nicht leben.
Die Einlasskontrolle
Alles, was du isst, trinkst und einatmest, muss durch die Kontrolle. Wasser und Nahrung dürfen hinein, Staub, Partikel und Krankheitserreger sollen draußen bleiben. Weil dein Körper nicht weiß, was da kommt, hat das Immunsystem bei jeder Mahlzeit zu tun.
Die erste Verteidigungslinie bilden deine Grenzflächen: die Haut, die Schleimhaut des Darms und die Schleimhäute von Atemwegen und Lunge. Direkt dahinter warten unzählige Immunzellen. Solange die Grenze hält, bleiben sie im Ruhemodus und brauchen wenig Energie. Bricht etwas durch, springen sie an. Ein aktiviertes Immunsystem kann dann ein Viertel deines Grundumsatzes und mehr beanspruchen — also der Energie, die du in völliger Ruhe verbrauchst. Was bei einer durchlässigen Darmbarriere passiert, erkläre ich im Artikel über die kaputte Barriere.
Tauziehen um Energie
Vereinfacht gesagt: Immunsystem und Nervensystem bedienen sich aus demselben Energiedepot, das Gehirn teilt zu. Meistens klappt das. Aber beide Seiten können zum Egoisten werden.
Ist das Immunsystem dauerhaft aktiv, zieht es Energie vom Nervensystem ab. Du wirst müde und träge, der Kopf kommt nicht in die Gänge. Hält das an, spricht man von stiller Entzündung — mehr dazu im Artikel über Metaflammation.
Umgekehrt geht es genauso: Steht dein Nervensystem unter Dauerstress, holt es sich die Energie. Dem Immunsystem fehlt dann die Kraft für eine starke Abwehr.
Wo Energie fehlt, leidet die Funktion.
Warum du im Urlaub krank wirst
Genau das erleben viele: Wochenlang Vollgas im Job, und kaum ist der Stress vorbei, kommt die Erkältung. Eine Erklärung: In der Stressphase fehlte der Abwehr die Energie, Erreger hatten leichtes Spiel. Fällt der Stress weg, bekommt das Immunsystem seine Energie zurück und legt los. Den Kampf spürst du dann als Fieber, Schnupfen und Husten.
Was du tun kannst
- Nimm die Signale deines Körpers ernst und frag nach der Ursache.
- Iss seltener — dann muss die Einlasskontrolle seltener ausrücken.
- Setz auf natürliche, wenig verarbeitete Lebensmittel. Die kennt dein Körper.
- Bau schon in stressigen Wochen kleine Erholungsinseln ein: Bewegung an der frischen Luft, ruhige Atmung, genug Schlaf. Nicht erst im Urlaub.
Häufige Infekte oder anhaltende Müdigkeit gehören ärztlich abgeklärt — dafür arbeite ich mit einem Netzwerk aus Ärztinnen und Ärzten zusammen.

Mario Einödmaier ist staatlich geprüfter Trainer (BSPA), Mentor und Ausdauerathlet aus dem Burgenland. Seit 2011 bildet er sich in Training, Ernährung und Regeneration weiter. Mehr über Mario
Passend dazu: Mentoring — zwölf Wochen für dein Energiesystem
Fragen zu deinem Fall?
Erstgespräch anfragen