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Müde, antriebslos, keine Energie

Zuckerwürfel rollen aus einem umgekippten Glas, daneben ein Toast und ein Gebäckstück auf dunklem Stein
Symbolbild, KI-generiert

Fünf- bis siebenmal am Tag essen und trotzdem ständig hungrig, dazu Heißhunger, schlechter Schlaf und kaum Antrieb: Das höre ich in Anamnesegesprächen immer wieder. Die Nahrung ist da — nur kommt die Energie nicht an.

Das Schlüssel-Schloss-Prinzip

Ziel deiner Nahrung sind die Mitochondrien, die Kraftwerke in deinen Zellen. Zucker kommt dort aber nicht von allein hinein. Er braucht einen Schlüssel: das Hormon Insulin. Es passt ins Schloss an der Zelloberfläche, die Zucker-Türen gehen auf, der Zucker kann hinein.

Fluten wir den Körper ständig mit Kohlenhydraten, vor allem mit Zucker, muss dauernd Insulin nachgeliefert werden. Irgendwann sind die Zellen gesättigt und bauen ihre Zucker-Türen ab. Der Zucker staut sich im Blut, der Körper schickt noch mehr Insulin — das kaum noch offene Türen findet. Genau das ist Insulinresistenz: Die Zellen reagieren immer schwächer auf den Schlüssel.

Die Folge ist ein Auf und Ab, beim Blutzucker wie bei der Laune. Weil die Energie nicht in den Zellen ankommt, meldet der Körper Hunger. Ein Teufelskreis — und die Bauchspeicheldrüse, die das Insulin liefert, arbeitet im Dauerbetrieb.

Müde, hungrig, schwerer

Insulinresistenz und Übergewicht schaukeln sich gegenseitig hoch. Wir essen, um an Energie zu kommen, haben aber keine. Wir bewegen uns weniger, werden müder und nehmen zu — meist an Körperfett, das wiederum stille Entzündungen befeuern kann. Oder, zugespitzt:

Übergewicht ist nicht die Folge von Bewegungsmangel — Bewegungsmangel ist die Folge von Übergewicht.

Diese Anzeichen höre ich in Gesprächen oft. Sie sind keine Diagnose, aber ein guter Grund, genauer hinzuschauen:

  • ständig hungrig, Heißhungerattacken
  • „Fresskoma“ nach dem Essen
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Müdigkeit tagsüber
  • schleichend steigendes Gewicht

Lässt sich Insulinresistenz messen?

Ja, über Blutwerte. Ärztinnen und Ärzte nutzen dafür etwa den HOMA-Index, der aus Nüchterninsulin und Nüchternblutzucker berechnet wird. Ein zweiter Wert ist der HbA1c, eine Art Blutzucker-Gedächtnis: Rote Blutkörperchen leben rund 120 Tage. Je länger ihr roter Farbstoff mit viel Zucker in Kontakt ist, desto mehr davon „karamellisiert“ — der HbA1c zeigt, wie viel Prozent betroffen sind.

Was du tun kannst

  • Reduzier Zucker — auch den versteckten in Fertigprodukten und Getränken.
  • Zähl Stunden statt Kalorien: Intervallfasten und weniger Mahlzeiten verschaffen deinem Insulinspiegel Pausen.
  • Beweg dich, gern auch nach dem Essen: Arbeitende Muskeln nehmen Zucker auf, selbst wenn die Zellen schlecht auf Insulin reagieren.
  • Denk an Nährstoffe: B-Vitamine, Magnesium und Coenzym Q10 sind am Energiestoffwechsel beteiligt. Ob dir etwas fehlt, klärst du am besten ärztlich.

Blutwerte gehören in ärztliche Hände, und wer Medikamente nimmt, bespricht auch Fasten vorher ärztlich — genau dafür arbeite ich mit einem Netzwerk aus Ärztinnen und Ärzten.

Porträt von Mario Einödmaier

Mario Einödmaier ist staatlich geprüfter Trainer (BSPA), Mentor und Ausdauerathlet aus dem Burgenland. Seit 2011 bildet er sich in Training, Ernährung und Regeneration weiter. Mehr über Mario

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